Aufgeben

» 22.03.2018  4 Gedanken «

Hey ihr Lieben, ich hoffe euch geht's gut!
Mich beschäftigt seit vielen vielen Monaten etwas, was mich sehr belastet und traurig macht und ich dachte, ich könnte mir hier ein wenig was von der Seele schreiben.

Neben dem Lesen und Büchern habe ich noch eine große Leidenschaft- tanzen.
Tanzen ist für mich ähnlich wie lesen; eine Art, das reale Leben und den Alltagsstress für einen Moment zu vergessen und nur das Hier und Jetzt ausleben. 

Als ich damit angefangen habe, dachte ich, das würde ich für immer machen.
Aber ich bin an einem Punkt angekommen, wo das, was ich am meisten liebte zu etwas geworden ist, was ich hasse.
Jede Woche aufs neue quäle ich mich, zur Tanzschule zu gehen- oder ich gehe einfach gar nicht.
Das kostet Geld und meine Tanzlehrerin wird immer stinkiger auf mich, aber das ist mir egal, solange ich nicht die Tanzklamotten anziehen und mich auf den Weg dahin machen muss.
Eigentlich war alles perfekt. Ich hatte etwas, was mir Spaß macht, was mich herausfordert und fit hält. Meine Gruppe war die beste aller Zeiten und oft war es bei der Aufführung Backstage noch witziger als in den normalen Stunden.
Tja, war.
Denn nach und nach sind die Mädchen alle ausgestiegen. Bis nur noch zwei von uns übrig waren in einem Haufen von neuer Mädchen. Und plötzlich haben wir uns fremd in unserer eigenen Gruppe gefühlt.
Dazu kommt, dass wir beide jetzt 17 Jahre alt sind, wir machen nächstes Jahr Abi und haben den Kopf voll damit, was nach der Schule geschieht. Die neuen Mädchen sind zwischen 12 und 13, geschminkt wie Bibis Beautypalace, kommen jede Woche nur mit Leggings und Sport BH und meinen immer von all ihrem Stress klagen zu müssen.

Das Tanzen ist das gleiche geblieben. Aber jede Woche kichernde Kleinkinder, die auf einmal anfangen, sich gegenseitig zu schubsen und dann sich kitzelnd auf dem Boden liegen ertragen zu müssen, war noch nie meins und ist es jetzt erst recht nicht mehr.

Und das lenkt ab. So schön tanzen auch sein mag und wie sehr ich meine Dozentin mag ,ich will tanzen und mich herausfordern, nicht in den Kindergarten gehen.
Wir kommen durch die vielen Störungen viel langsamer voran und lassen Teile des Unterrichts einfach weg, die wichtig für die Beweglichkeit sind, weil wir es einfach nicht schaffen oder weil die kleinen es einfach nicht hinkriegen. Das Niveau steigt einfach nicht mehr an und ich und meine Freundin sind komplett unterfordert. Zudem waren wir Anfangs 8 Schülerinnen, jetzt sind wir 24!
Da kann keiner was für, aber es nervt trotzdem, wenn jedesmal jemand in einen rein tanzt, weil der Raum zu klein ist oder die kleinen einfach nicht aufrücken.

Und nun hat auch meine Freundin die Kündigung eingereicht. 
Und jetzt? Soll ich aufhören? Irgendwie tut es weh, aber ich weiß auch, dass ich in dieser Gruppe einfach keinen Spaß mehr haben werde.

Ich habe Angst, nie wieder damit anzufangen. Angst, nichts zu finden, dass so ist wie tanzen.
Und eine andere Tanzschule mit einem Angebot wie meiner, habe ich bisher noch nicht gefunden.

Ich habe jetzt nur noch die Osterferien um mir zu überlegen, ob ich einfach aufgebe und mein liebstes Hobby einfach hinter mir lasse und schaue, was mir die Zukunft bringt.

Das einzig gewisse ist das Ungewisse.

Kommentare:

  1. Huhu,

    ich kann nachvollziehen, warum es dir dort nicht mehr gefällt - mit so vielen "Kindern" wäre ich auch genervt... Aber komplett aufgeben solltest du ein so liebgewonnenes Hobby wirklich nicht. Irgendeine Möglichkeit wird sich schon finden. Ich weiß jetzt nicht, wo du wohnst, aber hast du evtl. auch mal nach Hochschulsportangeboten geschaut? Da können auch Nicht-Studenten teilnehmen, müssen nur eben etwas mehr zahlen. Vielleicht wäre das noch eine Möglichkeit, weiterzumachen? :)
    Ich drücke die Daumen, dass du etwas findest!

    LG Alica

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  2. Liebe Jolene, ich kann deine Situation so gut verstehen;mir ging es letztes Jahr nämlich mit dem Reiten genauso!
    Schon seit meinen 6. Lebensjahr sitze ich im Sattel und Reiten ist für mich das Schönste auf der Welt. Das Gestüt, bei dem ich geritten bin, war einfach ein Traum: Direkt am See gelegen, zwei Dressurvierecke, ein riesiger Springplatz, drei großzügige Hallen, tolles Gelände zum Ausreiten, super liebe und schöne Pferde und mit den Mädels in meiner Gruppe habe ich mich auch gut verstanden. Allerdings war die Besitzerin des Gestüts sowas von unfreundlich und wollte Geld von Reitstunden haben, an denen ich wegen Krankheit nicht teilnehmen konnte. Oft waren Pferde krank oder verschwanden einfach und die Reitstunden waren ein einziger Drill: "Vorwärts! Dann klatsch ihm eine mit der Gerte! Hörst du mir überhaupt zu?" Irgendwann habe ich richtig Angst gehabt zur Reitstunde zu kommen. Schließlich habe ich mich dazu entschieden mich bei dem Gestüt abzumelden. Danach bin ich über ein halbes Jahr gar nicht geritten und ich habe es so vermisst! Also habe ich mich auf die Suche nach einem neuen Reiterhof gemacht und auch einen gefunden, bei dem ich mich wohl fühle, es den Pferden gut geht und die Leuten freundlich sind.
    Also gib nicht auf! Ansonsten wirst du ganz schnell merken, wie sehr dir das Tanzen fehlt. Vielleicht kannst du dich ja mal nach anderen Tanzgruppen umschauen.

    Liebe Grüße
    Tessa

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    1. Vielen Dank für die lieben Worte :)
      Das mit deinem Gestüt tut mir leid, aber umso besser, dass du ein noch besseres gefunden hast! :)
      Ich hoffe, dass es mir auch so ergehen wird ^^

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